Black Friday und Cyber Monday liegen nur drei Tage auseinander – und doch sind sie zwei grundverschiedene Shopping-Events mit unterschiedlichen Stärken. Wir haben historische Preisdaten aus den Jahren 2021 bis 2024 ausgewertet und zeigen, an welchem Tag welche Kategorie wirklich günstiger ist.
Ursprünglich war die Aufteilung klar: Black Friday war der Tag für stationäre Händler, Cyber Monday für Online-Shops. Heute ist diese Trennung längst verschwommen. Trotzdem zeigen sich in der Praxis deutliche Unterschiede – wenn man die Daten genau anschaut.
Was sagen die historischen Preisdaten?
Eine Auswertung von Idealo-Preisverlaufsdaten für die Jahre 2021–2024 zeigt: Black Friday bietet in absoluten Zahlen mehr und tiefere Deals. Im Schnitt sind bei Black Friday 2,3-mal so viele Produkte reduziert wie an einem normalen Novembertag. Am Cyber Monday sind es „nur" 1,8-mal so viele. Die durchschnittliche Rabatttiefe ist bei Black Friday mit 22% etwas höher als am Cyber Monday mit 18%.
Allerdings: Diese Gesamtzahlen verbergen wichtige Unterschiede nach Kategorie. Bei Elektronik und Computern sind die Cyber-Monday-Deals in drei von vier untersuchten Jahren tatsächlich besser gewesen als die Black-Friday-Deals – weil viele Händler an diesem Tag gezielt mit Online-spezifischen Angeboten nachsteuern, die am Black Friday ausverkauft oder noch nicht aktiviert waren.
Welche Kategorien lohnen sich wann?
Black Friday gewinnt bei:
- Mode und Schuhe: Viele Modehändler legen ihre besten Deals auf den Black Friday, mit Rabatten von bis zu 50%. Am Cyber Monday ist das Sortiment in beliebten Größen oft bereits ausverkauft.
- Spielzeug und Kinderartikel: Logisch – Eltern kaufen kurz vor Weihnachten, und Black Friday ist der „Startschuss".
- Haushaltsgroßgeräte: Kühlschränke, Waschmaschinen und Geschirrspüler werden bevorzugt am Black Friday beworben.
- Möbel: IKEA, Otto und ähnliche Händler starten ihre Deals meist am Donnerstag vor Black Friday und enden spätestens am Sonntag.
Cyber Monday gewinnt bei:
- Laptops und Computer: Händler schieben am Cyber Monday noch einmal Lagerware nach, die am Black Friday übersehen wurde.
- Software und digitale Abonnements: Adobe, Microsoft, diverse VPN-Anbieter und Streaming-Dienste konzentrieren ihre besten Angebote auf den Cyber Monday.
- Gaming: Konsolen-Bundles und PC-Games sind am Cyber Monday häufig günstiger als am Black Friday.
Wie Händler beide Tage bewusst steuern
Die Wahrheit ist: Große Händler wie Amazon, MediaMarkt und Zalando haben längst keine zwei einzelnen Tage mehr – sie sprechen von der „Black-Friday-Woche" oder sogar dem „Black November". Deals beginnen bereits Anfang November und werden bis einschließlich Cyber Monday verlängert. Diese Ausweitung dient einem klaren Ziel: Käufer sollen nicht warten, sondern früh kaufen – aus Angst, ein Deal könnte ausverkauft sein.
Taktik der Händler: Am Black Friday werden begrenzte Stückzahlen zu Tiefstpreisen angeboten (Lightning Deals, Flash Sales). Diese Knappheit erzeugt Druck. Am Cyber Monday werden dann Produkte mit moderaterem Rabatt, aber höherer Verfügbarkeit angeboten – für alle, die am Freitag leer ausgegangen sind.
Tipps für Käufer: Wann kaufen?
Unsere Empfehlung auf Basis der Datenlage: Mode, Spielzeug und Möbel → Black Friday. Elektronik und Software → Cyber Monday. Für alles andere: Einen Preis-Alarm bei Idealo oder Keepa einrichten und kaufen, sobald der Wunschpreis erreicht ist – egal welcher Tag es ist. Die meisten echten Tiefstpreise erscheinen nur für wenige Stunden und haben nichts mit dem Wochentag zu tun.